Der "fröhlichste Branchenkongress aller Zeiten" - Zuhören, Mitmachen, Draufhauen - Rezepte für die Krisenbewältigung

Trommeln für die Zukunft der Besonnungsbranche
Keine Zeit für Mittagsschlaf: Trommeln für die Branchenzukunft

Das war ein echter "Wachmacher" für die Besonnungsbranche! Frust und Depri wurden einfach weg-getrommelt und in der allgemeinen Begeisterung fielen die Ratschläge und Mahnungen zur Umsetzung der "Solarienverordnung" (UVSV), die Plädoyers für Leidenschaft beim Verkauf und die Tipps zu den "Sozialen Medien" beim hellwachen Kongress-Publikum auf fruchtbaren Boden.

"Wer nicht kommt zur rechten Zeit..."

Es wird höchste Zeit, sich auf die Anforderungen der neuen „Solarienverordnung“ einzustellen und einzurichten! Das ist eine der Botschaften vom Fachkongress Solarien und Besonnung, der am Samstag, 19. November 2011, mit „Standing Ovations“ für den Stargast Joey Kelly ausklang.

Mehr als 200 Teilnehmer waren in diesem Jahr zum BfB-Jahreskongress nach Frankfurt-Möhrfelden gekommen – darunter diesmal auch viele Noch-Nicht-Mitglieder.  Der Grund dafür war sicher auch die nach wie vor weit verbreitete Unsicherheit über Inhalt und Auswirkungen der „Solarienverordnung“ (UV-Schutz-Verordnung – UVSV) vom Juli diesen Jahres. 

In sechs Wochen „greifen“ die ersten Bestimmungen aus der Verordnung  (die Informations- und Dokumentationspflichten) und nur sieben bzw. zehn Monate später auch die übrigen Forderungen (Geräte nur noch 0,3 W/m², Fachpersonal für Beratung und Einweisung etc.). Und es zeichnet sich ab, dass zumindest in einigen Regionen und Bundesländern die Kontrollen unmittelbar nach diesen Stichdaten beginnen.

Hans-Dieter Roggendorf
Mahnung und Ermunterung: Hans-Dieter Roggendorf

Dringlich aber machbar: Umsetzen der Verordnung in die Studio-Praxis

So beschäftigte die UVSV den Kongress zum Auftakt mit einem lebhaften und mit Beispielen gespickten Überblick über die wichtigsten Bestimmungen der Verordnung durch den BfB-Vorsitzenden Hans-Dieter Roggendorf mit einer lebhaften Diskussion im Anschluss.

Roggendorf ging ausführlich auf die Klippen aber auch auf die Chancen ein, die mit der UVSV im kommenden Jahr auf die Branche zukommen. Vor allem aber ging es ihm darum, das Bewusstsein der Betreiber zu schärfen für die Notwendigkeiten zügiger Anpassung der Geräte und Betriebsabläufe. Während ein Teil der Studios die Umstellungen bereits so gut wie abgeschlossen haben, gibt es immer noch Betreiber, die – auch aus Unsicherheit – damit noch garnicht begonnen haben.

Die Zeit wird langsam knapp und die Kontrollinstanzen werden, wie Roggendorf betonte, „kein Pardon“ geben.

Hilfen vorhanden

Informationsdefizite – abgesehen von Spezialfragen, die sich erst im Vollzug der Verordnung werden lösen lassen – sollte es eigentlich nicht mehr geben: Der Verband hatte mit seiner „Roadshow“ und den dort vorgestellten Materialien die notwendige Aufklärung geleistet und Hilfen für die Umsetzung der Bestimmungen angeboten. Hier werden diese Hilfsmittel im Einzelnen vorgestellt:
www.bundesfachverband-besonnung.de/Informationen-zu-Solar.1089.0.html
Wer dieses „Hilfe-Paket“ noch nicht bezogen hat, kann das jetzt per Bestellschein nachholen.
Den Bestellschein können Sie hier herunterladen:
www.bundesfachverband-besonnung.de/fileadmin/download/UVSV/Bestellschein_UVSV_ausfuellbarv2.pdf
und an dort angegebene Nummer faxen.

Die Probleme der SB-Studios und der Solarien in Bädern, Fitness-Centers oder Hotels aus der Verordnung sind, trotz der Sonderregelung für Betriebe mit weniger als drei Geräten, noch nicht wirklich gelöst.

Ungelöste Fragen zum Fachpersonal und zur Akademie für Besonnung

Weniger als ein Jahr vor dem Stichdatum, ab dem jeder Besonnungsbetrieb Anwesenheit und Beratung durch Fachkräfte gewährleisten muss, sind die Anforderungen weder an die Qualifikation dieser Fachkräfte noch der Ausbilder für diese Fachkräfte bekannt. Problematischer noch: Über die Voraussetzungen einer Akkreditierung von Ausbildungs-Organisationen, wie etwa der Akademie für Besonnung (AfB), gibt es derzeit nur eher vage Vorstellungen. Wenn aber bis zum 1. November des kommenden Jahres jedes Studio ederzeit mit Fachkräften besetzt sein soll, wird es höchste Zeit, zumindest die Grundlagen und Verfahren für diesen Ausbildungsprozess zu schaffen.

Der Gesetzgeber hatte die erst jüngst geschaffene Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) für die Prüfung und Bestellung/Akkreditierung der Ausbilder und Ausbildungsorganisationen („Schulungsträger“) bestimmt. Hier haben die Vorbereitungen erst begonnen. Die ersten Vorstellungen der DAkkS und des federführenden BMU wurden allen Interessenten im Bonner Ministerium am 17. November, also nur zwei Tag vor dem Kongress, präsentiert und mit den Betroffenen diskutiert.

"Betroffen“ durchaus im doppelten Sinne. Denn die Vorstellungen der Behörden für die Akkreditierung der Ausbilder und Schulungsträger gehen nach Meinung aller betroffenen Institutionen weit über das notwendige und sinnvolle Maß hinaus.

Hans-Dieter Roggendorf bemühte sich in seinem Bericht von diesem Treffen im BMU, die aufkommende Fassungslosigkeit mit dem Hinweis zu dämpfen, dass von Seiten des BMU und der DAkkS durchaus Gesprächs- und Kompromissbereitschaft signalisiert worden sei. So besteht die Hoffnung, dass auch hier am Ende eine praktikable Lösung gefunden wird. Ob das in einer angemessenen Zeit und mit tragbaren Kostenkonsequenzen geschafft werden kann, blieb offen.

Jenseits bürokratischer Probleme - positive Impulse für die Zukunft der künstlichen Besonnung

Alexander Wunsch
Alexander Wunsch - Das Spektrum, auch für Geschäftsideen, ist viel breiter

Der Hinweis von Roggendorf auf die „sonnigen“ Seiten des Solariengesetzes und der UVSV, vor allem die Chance, die Bestimmungen für eine Imagewende und eine neue Glaubwürdigkeit der Branche zu nutzen, blieb natürlich nicht der einzige ermunternde Beitrag zum diesjährigen BfB-Kongress.

In einem ebenso faszinierenden wie nicht eben leicht fasslichen Vortrag über die Wirkungen der Sonnenstrahlen jenseits von UVA und UVB referierte der Arzt und Photobiologe Alexander Wunsch, zum Thema „Collagenlicht“, das er lieber als Nah-Infrarot-Licht  beschrieben wissen wollte.

In welcher Weise die unterschiedlichen Spektralbereiche des Sonnenlichts auf die Haut einwirken, wie sich diese Wirkungen wechselseitig bedingen oder aber behindern und welche Konsequenzen das für  die menschliche Gesundheit – und Schönheit! – haben kann, wurde auch für den Laien über Graphiken und Animationen verständlich gemacht.  So zeigte Wunsch, wie diese Anteile des Sonnenlichts in der Lage sind, die Fibroblasten zur Produktion von Hyaluron, Elastin und Collagen anzuregen. Damit lässt sich konkret wissenschaftlich begründen, dass die Haut in der Lage ist sich selbst unter der „richtigen“ Bestrahlung zu "verjüngen".

Wie man dieses Wissen, die optimale Kombination der positiven Wirkungen einzelner Spektralbereiche der Sonnenstrahlen, in konkrete Angebote, in „Geschäftsideen“ für die Branche  gießen könnte,  deutete Dr. Wunsch nur an, es stand aber dem Publikum deutlich genug vor Augen.

Verkaufen mit Leidenschaft

Maik Ebener
Maik Ebener - begeistern, nicht verkaufen

Sozusagen das andere Ende des Geschäftsprozesses, den Vertrieb und Verkauf, behandelte der Unternehmensberater Maik Ebener in einem mitreißenden Vortrag über die Grundvoraussetzungen der Kundenbindung und Kundengewinnung.

Diese Prinzipien wie „das Produkt zum Erlebnis machen“,   "Nicht Schuldige suchen sondern Lösungen", „Verkäufer aus Leidenschaft“, „Kunden nicht zufrieden stellen, sondern begeistern“,  oder die „Festlegung von Pro-Kopf-Umsatzzielen“ waren vielen Anwesenden durchaus vertraut. Der „Coach“  Maik  Ebener  verstand  es aber,  gute oft allerdings vergessene Vorsätze wiederzubeleben und damit konkrete Anstöße für die Verkaufspraxis in den Studios zu geben.

 

Der Kongress trommelt

Für die kritische Nach-Mittags-Zeit hatten sich die Veranstalter einen genialen „Hallo-Wach!“-Event ausgedacht: Trommeln statt Verdauungsschlaf.

Afrikanische Bongo-Rhythmen wurden nicht nur von der Trommler-Gruppe Drum-Conversation  auf dem Podium zelebriert. Nein, jeder Kongressteilnehmer fand „seine“ Trommel auf seinem Platz vor. Und von den Vor-Trommlern lautstark und leidenschaftlich angeleitet und angetrieben trommelte sich der ganze Saal allmählich in Ekstase.

Soziale Medien - Zukunft der Studio-Kommunikation?

So hatte dann Daniel Sukowski  leichtes Spiel, seinem jetzt hellwachen Publikum die jüngsten Formen der digitalen Mund-zu-Mund-Beatmung, die „Sozialen Medien“ oder neudeutsch „Social Media“, als unverzichtbare Form der Marketing-Kommunikation nahe zu bringen.

In einer fast enzyklopädischen Auflistung der vielen neuen Möglichkeiten, anschaulich illustriert durch Beispiele aus der Tourismus-Industrie, konnte Sukowski nicht nur Staunen wecken, sondern sicher auch Anstoß geben für eigene Experimente bei vielen der anwesenden Studiobetreibern.

Gewisse Rest-Skepsis konnte der Beobachter auf einigen Gesichtern im Publikum dennoch lesen. Vermutlich nur eine Minderheit im Saal war tatsächlich vertraut mit den "Social Media" des eigenen Verbands, z.B. www.facebook.com/LichtistLeben.

Ziele verfolgen, Grenzen verschieben

Joey Kelly - Kein Anlass zum Aufgeben

Weit mehr Anlass noch zum Staunen hatte das Publikum schließlich mit dem „Star-Gast“ des Tages: Joey Kelly, berühmtes Mitglied der berühmten Kelly-Family und medienpräsenter Extremsportler.

In immer neuen Schilderungen immer größerer Herausforderungen zwischen Sand- und Eiswüsten demonstrierte Kelly multimedial die Umsetzung seiner Lebensphilosophie: Gib niemals auf!

Ob es diese Faszination mit dem Erreichen des Unerreichbaren war, oder die Tatsache, dass das Motto: Niemals aufgeben!  einen besonderen Nerv der Anwesenden traf in der besonders gespannten, aktuellen Situation der Branche -  die Begeisterung über die Kelly-Show entlud sich am Ende in stehenden Ovationen für den Redner. 

Allerdings konnten die Teilnehmer aus dem gesamten Kongressverlauf  den sicheren Eindruck mit in den Berufsalltag nehmen, dass der Verkauf der Besonnungs-Dienstleistungen (noch) nicht zum Extremsport geworden ist, der nur mit Kelly`scher Durchhalte-Power zu bewältigen wäre.

Begeisterte Resonanz mit wenigen Einschränkungen

Sowohl in den spontanen Äusserungen am Ende dieses Kongress-Tages als auch in den verteilten und ausgefüllten Bewertungsbögen und schließlich auch bei der Umfrage auf der Facebook-Fanpage wurde der Kongress begeisterter aufgenommen, als alle seine Vorgänger - und vermutlich auch als die meisten solcher Kongresse in anderen Branchen.

Alle Teilnehmer scheinen das als Signal zu verstehen, dass bei allen durchgestandenen und noch erwarteten Problemen die Besonnungs-Branche nicht nur eine gute Überlebenschance, sondern auch positive Perspektiven am Branchen-Horizont erkennen kann.

 

Nachvollziehen, Nachlesen und Nachbestellen

Sämtliche Fotos:

Claudia Hahn
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